DMEA 2021: Eine Woche voller Digital Health

Wie kommt die Digitalisierung in Krankenhäusern voran? Welche Behandlungserfolge gibt es mit der „App vom Arzt“? Fragen wie diesen ging die DMEA, Europas wichtigste Veranstaltung in Sachen Digital Health, nach, die vom 07. bis 11. Juni rein digital stattfand. Eine Woche lang wurden dort aktuelle und zukunftsweisende Themen der digitalen Gesundheitsversorgung vorgestellt.

Aus sämtlichen Bereichen der Gesundheitsversorgung trafen hier IT-Fachleute, Ärztinnen und Ärzte, Führungskräfte aus Krankenhaus und Pflege bis hin zu Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Forschung aufeinander.

Dieses Jahr hatten sich über 4.000 Teilnehmer für die DMEA registriert.

Die 12Next war einer davon. Rund 150 Unternehmen präsentierten ihre Produkte und zeigten aktuelle Entwicklungen auf. Dabei ging es beispielsweise um digitale Patientenportale, das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG), Telematikinfrastruktur sowie Datensicherheit im Krankenhaus

Sebastian Zilch, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheits-IT, resümiert: „2021 ist für das digitale Gesundheitswesen ein bedeutendes Jahr: Wichtige Digitalprojekte wie ePA und E-Rezept gelangen in die Versorgung, Videosprechstunden und Corona-Warn-App unterstützen im Kampf gegen COVID-19 und nicht zuletzt werden mit der Bundestagswahl die gesundheitspolitischen Weichen für die kommenden Jahre gestellt.“

digitale Gesundheitsanwendungen

DiGA & Mobile Health

Die Session zum Solutions Hub „DiGA & Mobile Health“ bildete am Montag um 9 Uhr den Start für das Event. Die rund 73 Millionen Versicherten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben seit rund anderthalb Jahren einen Anspruch auf die Nutzung einer von einem Arzt oder Psychotherapeuten verordneten digitalen Gesundheits-App (DiGA).

Im September 2020 wurden die ersten verschreibungspflichtigen digitalen Gesundheitsanwendungen zur Erstattung in Deutschland zugelassen. Seitdem wurden die DiGAs für den Einsatz bei einer Vielzahl von Erkrankungen angewendet, darunter Tinnitus, Schlaflosigkeit, Angstzustände, Schmerzen, Fettleibigkeit, Migräne und Multiple Sklerose.

Mit aidhere und digitAAL Life haben bei diesem Vortrag zwei Unternehmen Ihre App für eine digitale Gesundheit vorgestellt. zanadio wurde im Oktober 2020 als “App auf Rezept” für die Behandlung von Adipositas zugelassen. Das Startup aidhere erzählte, was es auf dem Weg dahin und seitdem für Erfahrungen gemacht hat und wo es weitere Chancen, Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Digital Health sieht.

Das tägliche Training mit der App DIGITAAL life steigert die kognitive Leistungsfähigkeit. Betreut oder selbstständig, zuhause sowie mobil, in Einrichtungen und Praxen, die Übungsaufgaben für die verschiedenen Sinne des Menschen sind überall ausführbar. 

Das CGM LIFE Partnerprogramm setzt sich für digitale Gesundheitsanwendungen ein, um die Sichtbarkeit dieser Technologien in der täglichen Versorgungsrealität zu erhöhen. Durch verschiedene Aufklärungskampagnen, wie Fortbildungen für Ärzte, möchte das Unternehmen zum Erfolg des App-Auf-Rezept-Gesetzes beitragen.

12Next bietet im Auftrag von Unternehmen Software-Entwicklungen im Healthcare Bereich für Pharmakonzerne, Krankenkassen und Dienstleister der Gesundheitsbranche an. Als erfahrener Partner für zukunftsweisende intelligente Software und SaaS Lösungen und mit tiefem Branchen-Know-How werden die Anwendungen fortlaufend betrieben und weiterentwickelt.  

elektronische patientenakte

Elektronische Patientenakte

Am selben Tag fand eine weitere interessante Solutions Hub zur ePA statt. Seit dem 1. Januar 2021 bieten die Krankenkassen den gesetzlich Versicherten die Möglichkeit, eine elektronische Patientenakte (ePA) zu erhalten, in der medizinische Befunde und Informationen wie Blutwerte oder Röntgenbildern aus vorhergehenden Untersuchungen und Behandlungen über Praxis- und Krankenhausgrenzen hinweg umfassend gespeichert werden können.

In der Session hat die x-tention Informationstechnologie GmbH ihre eigene Software „Orchestrea“ e-Health Suite“ vorgestellt. Die Software kann als Basis der ePA genutzt werden.

Der Druck auf die Krankenhäuser wächst ständig: Gesetzgeber und Markt sind Treiber für mehr Wirtschaftlichkeit, Qualität und Vernetzung der Behandlung.

Beispiele für veränderte Rahmenbedingungen sind die elektronische Patientenakte (ePA) und die elektronische Kommunikation mit dem MD. Nur mit digitalen Prozessen lassen sich diese neuen Anforderungen meistern. Telekom Healthcare Solutions bietet die Möglichkeit der Integration der Elektronischen Patientenakte ins entwickelte Krankenhausinformationssystem iMedOne® und DMI lieferte einen Informationsbeitrag zur digitalen konsolidierten Patientenakte. Das KHZG fördert digitale konsolidierte Patientenakten als interoperables Herzstück leistungsstarker IT-Lösungen.

12Next kann seinen Beitrag zur breiten Akzeptanz und Nutzung der Elektronischen Patientenakte mithilfe eines bewährten Registrierungsmechanismus eines smsTAN-Verfahrens leisten, der die Verifizierung der Nutzer simpel und schnell erledigt. Als erfahrener Partner für intelligente Software und SaaS Lösungen hat das Unternehmen den integrierten Versand und Empfang von SMS technisch bereits umgesetzt und berät Partner, die sich eine Lösung für die Zustellung der für das TAN-Verfahren nötigen SMS an die Mobilfunkgeräte der Nutzer wünschen. 

trends ehealth

eHealth Trends

Die Session zum Solutions Hub „Digital Health 2025“ beschäftigte sich mit den Trends, Chancen und Risiken der digitalen Gesundheitsversorgung in den nächsten Jahren. eHealth wird immer beliebter. Vernetzte medizinische Geräte und mobile Apps werden zunehmend eingesetzt, um die Kommunikation zwischen Patient und Arzt zu ermöglichen, das Selbstmanagement der Patienten und die Fernüberwachung zu unterstützen und den Patienten die Möglichkeit zu geben, eine proaktivere Rolle bei ihrer Behandlung zu spielen. Sie helfen Ärzten, datengestützte Diagnoseentscheidungen zu treffen, die Einhaltung von Behandlungsprotokollen zu verbessern und ihre Patienten zu einem gesünderen Lebensstil zu ermutigen, der das Wohlbefinden fördert. Heute spielt eHealth eine wichtige Rolle bei jedem Schritt eines Patienten zu einem gesunden Leben.

Telemedicols LLC erörterte in seinem Beitrag die Herausforderung der Nutzung von Digital Health Tools und gab einen ersten Überblick über das Angebot an digitalen Möglichkeiten.

Denn jeder Patient ist anders – nicht nur in Bezug auf seine Diagnose und seine Erfahrungen, sondern auch in Bezug auf seine Bedürfnisse.

Viele haben Schwierigkeiten, die richtige digitale Lösung für sich oder ihre Angehörige zu finden und durch das überfordernde Angebot mit mehr als 200.000 verschiedenen Gesundheitstools und -geräten zu navigieren.

Mit „Software as a Service“ stellt die 12Next GmbH den Mitarbeitern der Leistungserbringer aus dem Gesundheitswesen Anwendungen direkt als Cloud-Service zur Verfügung. Das beinhaltet z. B. die zentrale Durchführung von Wartung und Upgrades der Anwendersoftware sowie vereinfachte und verbesserte unternehmerische IT-Prozesse.

videosprechstunde

Videosprechstunde

Telemedizin in Zeiten von COVID-19 – diesem Thema widmete sich Dr. Galia Barkai in ihrer Keynote am Mittwochmorgen. Sie erläuterte, wie im Sheba Medical Center in Israel telemedizinische Lösungen zum Einsatz kommen, um unter anderem COVID-19-Patientinnen und Patienten zu behandeln. Sheba, laut Newsweek eines der 10 besten Krankenhäuser der Welt, bietet seit einigen Jahren telemedizinische Dienste an. Da Sheba das erste medizinische Zentrum war, das isolierte COVID-19-Patienten in Israel behandelte, bestand die Möglichkeit, ein einzigartiges System für die Betreuung von Krankenhauspatienten aus der Ferne unter Verwendung von Telemedizintechnologien zu entwickeln. 

Das Modell umfasste Tools für Videokommunikation, kontinuierliche Überwachung und körperliche Untersuchung. Dieses Modell ermöglichte es, den physischen Kontakt zwischen Patienten und Personal zu verringern, um das Personal vor der Ansteckung mit dem Virus zu schützen. Auch die Ambulanzen wurden schnell in videobasierte Kliniken umgewandelt, um chronischen Patienten, die nicht an COVID-19 erkrankt sind, eine kontinuierliche Versorgung während der Schließung zu ermöglichen. Dieser exponentielle Anstieg der Nutzung von Telemedizin und die Beseitigung von Barrieren für die Implementierung von telemedizinischen Diensten (gesetzliche Bestimmungen, Kostenerstattung, technologische Barrieren, Benutzerbarrieren) führten zu einem Paradigmenwechsel. 

Telemedizin ist kein Zwang. Sie kann Patienten und Betreuer stärken und eine bessere Qualität, Wirksamkeit und Zugänglichkeit der Gesundheitsversorgung ermöglichen und es existieren bereits Tools, die umfassende Lösungen ermöglichen, die hoch skalierbar sind.

Auch in Deutschland hält der Hype der Fernbetreuung auch weiterhin an. Die Nutzung stieg von fast null auf 1,2 Millionen abgehaltene Videosprechstunden (Juni 2020). 12Next berät als erfahrener Partner für intelligente Software und SaaS Lösungen bestehende Partner, die sich eine Lösung für die Zustellung der für die Einwahl beim Videodienstanbieter nötigen SMS an die Mobilfunkgeräte der Nutzer wünschen.

online terminvergabe

Künstliche Intelligenz (KI)

Am Donnerstag fand eine Kongress Session mit dem Thema „Erfolgreicher Einsatz medizinischer KI: Anwendungsbeispiele, Szenarien und Erfolgsfaktoren“ statt. KI-Anwendungen haben das Potenzial, die Art der Gesundheitsversorgung zu verändern. Dieser Vortrag beschrieb den aktuellen Stand der Forschung und zeigte die vielfältigen Anwendungsszenarien in der Gesundheitsversorgung auf. Außerdem wurden die Chancen und Risiken auf dem Weg zur Adaption in der Versorgungspraxis besprochen, auf deren Basis diese Anwendungen die Versorgung für Patienten, Mitarbeitende und die Gesellschaft insgesamt deutlich stärken können. Künstliche Intelligenz in der Medizin erfährt derzeit historisch die mindestens dritte Welle der Euphorie. Anders als bei den vorherigen Wellen entstehen aktuell jedoch relevante, zum Teil millionenfach genutzte Anwendungen und Lösungen, die messbaren Nutzen für Patientinnen und Patienten haben.

Chatbots sind Software, die mit Algorithmen des maschinellen Lernens, einschließlich der Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) entwickelt wurden, um eine Konversation mit einem Benutzer anzuregen und zu führen, um Patienten in Echtzeit zu unterstützen.

Chatbots haben im Einzelhandel, in den Nachrichtenmedien, in den sozialen Medien, im Bankwesen und im Kundenservice bereits an Bedeutung gewonnen. Viele Menschen arbeiten jeden Tag mit Chatbots auf ihren Smartphones, ohne es zu wissen. Von Sportnachrichten über die Navigation in Bankanwendungen bis hin zu konversationsbasierten Spielen im Facebook Messenger – Chatbots revolutionieren unsere Lebensweise.

Auch im Gesundheitswesen beginnen Kostenträger und Anbieter, einschließlich medizinischer Assistenten, diese KI-gestützten Tools zu nutzen, um die Patientenversorgung zu vereinfachen und unnötige Kosten zu senken. Wann immer ein Patient ein Gespräch mit einem medizinischen Dienstleister beginnt, der zwar menschlich klingt, aber sich dahinter eine künstliche Intelligenz verbirgt – sehen wir einen Healthcare-Chatbot im medizinischen Bereich in Aktion.

Angebunden an die Multi-Channel-Kommunikationslösung der Message Networks bietet die 12Next Ärzten, Praxen, Gesundheitszentren, ambulanten Pflegediensten und anderen Teilnehmern des Gesundheitssystems eine einfache und sichere Kommunikation mit ihren Patienten. Diese können unkompliziert und flexibel direkt über ihren Messenger den passenden Arzt finden, Termine vereinbaren uvm.

Die Digitalisierung des Gesundheitswesens spielt sich überall ab, in den Krankenhäusern, den Arztpraxen, den Apotheken, den Pflegeheimen und in den Einrichtungen des Heil- und Hilfsmittelsektors.

Wie wichtig eine konsequente und vor allem schnelle Umsetzung digitaler Versorgungsprozesse ist, hat die Corona-Pandemie eindrucksvoll vor Augen geführt.

„Die Zukunft des Gesundheitswesens ist von der Digitalisierung geprägt – daran kann mittlerweile kein Zweifel mehr bestehen. Es macht uns stolz, dass wir mit der DMEA auch in diesem Jahr eine zentrale Plattform für die digitale Transformation des Gesundheitswesens bieten konnten“, so Sebastian Zilch, Geschäftsführer des Bundesverbands Gesundheits-IT.